November 14, 2019
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Lebensretter am Strand: Die Rettungsschwimmer von Travemünde | die nordreportage | NDR Doku


Untertitel:
Norddeutscher Rundfunk 2019 * Stimmengewirr * Man sitzt abends zusammen,
erzählt Geschichten, spielt Spiele. Schon Gruppengefühl, ein gutes. Das ist das schönste Wohnzimmer
in Lübeck. Behaltet den im Auge,
wenn der zu erschöpft ist … Lübeck-Travemünde, Hauptsaison: Zwei Kilometer Kurstrand
und 16 Wasserretter. Wer will Kaffee? Gibst du die Messerbox durch? Das Nutella, bitte. Frühstück in der Lebensretter-WG. Schon im dritten Jahr
ist Anna Lopitz (17) als Freiwillige hier. Das Miteinander macht es schön. Man hat viel Spaß,
schöne Themen zum Essen. Man hat irgendwen um sich herum
und ist nicht alleine. Man hat viel Spaß. Die Jugendlichen kommen aus Münster,
Schweinfurt, München und Kiel. Die Bootsbesatzung bleibt hier
und hilft der Backschaft. Die Türme hätte ich gerne
um halb zehn besetzt. Ihr habt 20 Minuten,
euch fertigzumachen. Dann hoffe ich
auf einen schönen Wachtag. Einige bleiben für Tage,
andere mehrere Wochen. In kürzester Zeit
muss Wachführer Tobias Wilke aus 16 Ehrenamtlichen
ein Team zusammenschweißen. Anna ist heute Ersthelferin. Alles hat seinen Reiz,
überall hat man ähnliche Aufgaben. Auf der Hauptwache
kümmert man sich ums Essen. Es macht alles gleich viel Spaß. Für Turm 2
sind Lena und Kim eingeteilt. Wie oft warst du schon hier? Das ist meine zweite Saison,
aber ich hab als Bufdi hier gewohnt. Verstehe. Es reicht nicht mit Wachdienst –
ich bin fertig, aber wieder hier. Und ich komm wieder.
Ist auch schön hier. Voraussetzung: Rettungsschwimmer in Silber,
Mindestalter 16. Es gibt 6 Euro Wachgeld pro Tag –
aber das ist nicht alles. Die schöne Seeluft … Und mal Abwechslung. Bayern ist sehr alpig
und sehr schön. Ich komme eigentlich aus dem Norden. Da sieht man wieder die See,
die man denn doch vermisst. Ich war ein Jahr hier Bufdi. Und mir gefällt es so gut,
dass ich weiter Wachdienst mache. Ich find Travemünde superschön. Die Wachstation ist nicht zu klein, aber auch nicht so groß,
dass man die Mannschaft nicht kennt. * Unverständliche Funkdurchsage * 9.30 Uhr: Die Wachgänger
melden sich in der Zentrale. Turm 2 klar, aufgerödelt,
Besetzung: zwei. Kommen. * Unverständliche Funkdurchsage * Neun-zwo, Ende. Gut! Das Wachgebiet von Lena und Kim reicht von der Nordermole
bis zum zweiten Badesteg. Viele unterschätzen die Entfernung
zur Badeinsel da vorne. Da müssen wir öfters
Leute einsammeln mit dem Boot. Die unterschätzen das
und kommen nicht mehr zurück. Wenn große Fähren hier langfahren,
unterschätzen viele, dass Wellen bis zum Strand kommen. Und dann werden sie nass. Die Statistik ist alarmierend: Öffentliche Bäder schließen, immer weniger Kinder
lernen schwimmen. Fast 60 % sind nach der Grundschule
keine sicheren Schwimmer. Und Gefahren,
etwa durch Unterströmung, sind nicht immer
auf den ersten Blick sichtbar. Deutschlandweit gab es
in dieser Saison über 250 Badetote. In der Hauptwache
bekam Wachführer Tobias Wilke Meldung von einem verletzten Schwan. Eine Strandläuferin wartet vor Ort. Nur der Tierschutz
findet die Stelle nicht. Der Strand
ist immerhin zwei Kilometer lang. Ich bin im Hauptturm der DLRG. Vor zwei Leuten
sitzt einer in Rot am Strand. Links davon noch. Das ist eine Dame vom Tierschutz,
die den kranken Schwan einsammelt. Wir müssen nur aufpassen, dass Badegäste ihn nicht anfassen
oder ihn selbst retten wollen. Zwei Boote, vier Wachtürme,
bis zu fünf Strandläufer. Das Team von Tobias Wilke
hat das Revier im Blick. Viele Gäste probieren zum ersten Mal
neue Wassersportgeräte aus. Er ist wieder reingefallen. Der Stand-up-Paddler.
Schon fünfmal oder so. Behaltet den Mann im Auge. Wenn wir Wellengang haben,
ist es umso gefährlicher, dass die Füße weggezogen werden. Das war in den letzten Wochen
immer mal der Fall. Heute ist es ruhig. Erst kurz vor Mittag
füllt sich der Strand. In der Hauptwache wird
keine Ersthelferin gebraucht. Anna kümmert sich
als Backschafterin ums Essen: Für 16 Personen. Wir sind in Deutschland vernetzt
und machen viele Lehrgänge. Dadurch kennt man
die einen oder anderen schon. Man trifft sich immer mal. Wenn man älter ist,
kennt man schon einige. Bevor die Bolognese-Sauce fertig ist, kommt ein
Erste-Hilfe-Einsatz dazwischen. Moin, Moin! Unser Sohn braucht ein Pflaster,
hat sich den Fuß gestoßen. Wie heißt du denn? Sagst mal? Otto ist
ein bisschen schüchtern gerade. Das ist Anna und ich bin Carlotta. Kommst du mal mit uns mit? Dann suchen wir ein Pflaster. Oj … Papa ist ja bei dir. An der Promenade ist er hingefallen
und hat sich den Fuß aufgeratscht. Ein kleines Pflaster. Philipp Evers und sein Sohn Otto
kommen aus Hamburg. Wir sind froh,
wenn’s kleine Sachen sind. Ihr seid den ganzen Tag am Strand.
Tagesgäste. Aha. Wir haben nämlich
noch ein Kindersucharmband. Da ist eine Nummer eingeprägt. Manchmal gehen Kinder verloren
bezihungsweise kommen zu uns. Da ist eine Nummer,
wir tragen den Namen ein. Wussten wir nicht, ist ja super. Du bist auch schon verloren
gegangen am Strand. Mhm. Kleiner? 0049. Mal kleine Wehwehchen, mal große Verantwortung
für die Helfer Ich hatte dieses Jahr
meinen ersten Krampfanfall, wo ich erstbehandelnde Person war. Da war ich zu Besuch auf Wache
und dann hörte ich, dass jemand krampft. Dann bin ich flott hinterher und
habe die anderen nachkommen lassen. Ähm … Da war ich bisschen
nervöser als normal. Aber es ging. Otto? Sagst du Danke? Ist bisschen schüchtern.
Viel Spaß noch am Strand. Komm gerne mal vorbei. Danke schön! Schönen Tag noch.
Ebenso. Sei vorsichtig. Aufpassen. (Otto) Morgen verreise ich! So? Noch mehr? Geht schon. Als Ersthelferinnen
sind Carlotta und Anna in der Hauptwache
“Mädchen für alles”. Ihr könnt los. Gute Wache! Danke. Anna hat Nachmittagsschicht
und nimmt das Essen mit. Viele wurden
mit der Wasserrettung groß: Schon ihre Eltern
waren DLRG-Mitglieder. Wenn man die Kleinen lächeln sieht. So ‘n Kinderlächeln, egal wie der Tag war,
wie anstrengend er war: Ein Kinderlächeln lässt
die Herzen immer höher schlagen. Einige Herzen
finden hier auch zusammen. Carlotta und Maik nennen das
“die DLRG-Familie”. Wir sind nicht die einzigen. Es gibt den einen oder anderen,
der hier seinen Partner findet. Ja … Es ist … Es ist immer spannend. Der eine oder andere weiß von nichts
und ist dann überrascht. Meistens geht dann irgendwann
die Beziehung in die Brüche. Bei 90 % hält es nicht,
grob 10 % schaffen es. Lena ist zurück von Turm 2. Recht ruhig. Wir hatten ein paar Schwimmer. Ein Kind hat sich hingelegt,
aber ansonsten recht ruhig. Nach neun Stunden Fahrt
sind die Schwaben da. Zum zweiten Mal kommt
die Ortsgruppe Eislingen her, mit fünf Jugendlichen. Hallo. Hi, grüß dich. Du warst schon hier, ne? Ja.
Der Pascal auch, super. Carmen auch. Ach, Carmen auch.
Die Hälfte der Truppe. Da kennt ihr euch aus. Dann würde ich euch
gleich mit einspannen, weil es heute knapp ist. Ich habe schon gewartet. Ich würde Hans-Jörg bitten,
auf Turm 3 zu wechseln, gleich für den Nachmittag
mit der Friederike. Schmeißt euch in Schale. Ich freue mich. Wir sind Hallenbad-Täter
und Süßwasser-Piraten. Ein ganz anderes Umfeld. Offenes Wasser, Boote,
mal wirklich a bissle Verkehr und bissle zum Aufpassen. Das isch was anderes als daheim. Das Technische fehlt uns. Wir sind dankbar,
dass mir das geboten kriegen. ♪ Ruhige Gitarrenmusik ♪ Einweisung für die Neuen
durch den Wachführer. Hier ist oft das Problem,
dass Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene
ins Wasser springen. Das Wasser ist hier
nicht besonders tief. Wir hatten schon
gebrochene Gliedmaßen. Das kann
zur Querschnittslähmung führen. Viele interessiert das nicht. Sie wollen trotzdem springen. Da können wir
leider nicht verweisen. Wir können sie nicht rausschmeißen
und sagen: Ihr dürft hier nicht springen. Travemünde vor einer Woche:
Badeverbot wegen Unterströmung. Vergangenes Jahr:
Feuerquallen-Plage – Badeverbot. Jetzt treiben giftige Blaualgen
in der Bucht – Neuland für die Schwaben. Ich habe eine Qualle aufgesammelt. Das ist eine Ohrenqualle,
die tut nichts, kann man anfassen. Im Prinzip wie Wackelpudding. Die tun nichts. Es gibt noch die Nesselquallen. Viele sagen Feuerqualle. Die erkennt man
an der knallorangen Farbe. Sehen aus wie
ein aufgeplatztes Sofakissen. Vor einer Woche:
Ernstfall in Scharbeutz und Neustadt. In der Lübecker Bucht war Einiges,
es gab zwei Badetote. Das kommt natürlich vor. Da müssen wir
immer darauf gefasst sein. 18 Uhr. Wachende. Danach: Übungsabend. Sind die Neuen einsatzfähig? Auch die Schwaben, die nur das 25-Meter-Becken
im Hallenbad kennen? Alles klar: Run-Swim-Run steht an. Rennen, schwimmen, rennen. Ist als kleine
Fitnessübung gedacht. Das ist kein Wettkampf. Es geht nur darum,
die Strecke zu schaffen. Okay? Auf die Plätze … Fertig … Los! Ich möchte wissen,
dass die fit sind. Die kommen aus ganz Deutschland. Sie haben Urkunden eingereicht. Aber man möchte sehen,
ob alle auf dem gleichen Stand sind. Ist auch eine
gruppendynamische Geschichte. Eine Schwimmbrille
nützt in der Ostsee nicht viel, merken die Schwaben. 100 m Laufen,
200 m Schwimmen, 100 m Laufen: In maximal acht Minuten. Super, sieht gut aus. Und Patrick, 3:55. Und … 4:01. Babette, 4:05. Ein deutlicher Unterschied,
was die Orientierung angeht. Weil wir im Hallenbad
unsere Linie haben. Das fehlt hier einfach völlig. Wellengang merkt man deutlich,
im Vergleich zum Hallenbad. Da ist es eben. Auch dass man unter Wasser
nichts sehen kann. Und die Gefahr von Quallen. Das strengt schon an. Super Zeiten, einwandfrei. Sehr gut. Hat gut geklappt? Ja. Oder habt ihr Probleme gehabt? Ging ganz gut, ne? Ja. Alle haben bestanden. Auch Patrick und Samuel dürfen morgen
als Wasserretter in den Einsatz. * Gelächter * Beim Abendessen: Tagesbilanz. So! Ich hoffe,
ihr hattet einen schönen Wachtag. Ich hätte gern die Zahlen. Ein Erste Hilfe. Einmal Erste Hilfe …
Drei Verweise. Turm 3? Nachmittags
hatten wir drei Verweise. Sechs Verweise, zwei Erste Hilfe. Plus Turm 4. Plus Hauptwache. Zwei Pflaster. Zweimal EH. Also viermal EH, sechsmal Verweis. Alles klar. Vielen Dank für den Wachtag! Am Spitzentag der Saison
haben sie fünf Kinder gesucht, 20-mal Erste Hilfe geleistet
und 25 Brückenspringer ermahnt. Nach dem Essen zusammen abräumen. Dann sehen wir uns auf der “Passat”. Dann könnt ihr Kojen beziehen,
die neu gekommen sind. Und euch ein bisschen eingewöhnen. Schön. Vom Strand
zur Unterkunft auf den Priwall. Für Katrin aus Kiel
und Lena aus Bremen mit einem Wachboot. Ist eine
schöne Sonnenuntergangs-Bootstour. Noch mal gemütlich, entspannen … * Entspannte Gitarrenmusik * Lena ist meine Zimmernachbarin,
wir haben uns gut kennengelernt. Weil man auf engstem Raum lebt. Wird man schnell Freunde. Willkommen auf der “Passat”. Grundregeln: Man darf nicht vom Schiff springen
und nicht in die Masten klettern. Strengstens verboten,
gibt richtig Ärger. Willkommen im Wohnzimmer. Es ist das schönste Wohnzimmer
in ganz Lübeck. Sehr beeindruckend, muss man sagen
mit der Aussicht. Gibt’s bei uns nicht. Man steht in der Wohnung,
ned aufm Schiff. Ganz anderes Gefühl. Die Viermastbark ist Baujahr 1911. Für 1,86-m-Rettungsschwimmer
sind die Kammern nicht ausgelegt. Ist kein Platz,
um zu zweit das Bett einzurichten, eine technische Unmöglichkeit. Ich lass ihn erst mal. Wenn er alles gerichtet hat,
gehe ich rein. Schlafen geht zu zweit,
aber Bewegung unmöglich. Find’s bissle beengend. Grad mit der Deckenhöhe Isch sehr anstrengend. Ich schlag mir fast den Kopf ein. In der Mitte geht’s. Mit jeder Lampe muss ich aufpassen,
mit jedem Querholm, jeder Stange. Hans-Jörg,
dann kannscht du ins Zimmer. Genießt ihr den Sonnenuntergang?
Ja! Ich auch. Morgen will die Lebensretter-WG
auf dem Achterdeck ausspannen. Wachführer Tobias
hat seine Gitarre mit. ♪ Möwenschreie ♪ Am nächsten Tag, 7.30 Uhr Morgen! ♪ Heavy-Metal-Musik ♪ Morgen! Also, ich fand das
schon sehr liebevoll. Sind alle sehr eigenverantwortlich
und kriegen das hin. Die meisten sind vorher wach. Ich reiße niemand aus dem Schlaf. ♪ Heavy-Metal-Musik ♪ Das isch scho in Ordnung. Wir haben immerhin Unterkunft. Ich hab von andere Wachstationen
gelesen g’habt, die zelten. Da isch das Luxus eigentlich hier. Die “Passat” ist
als Event Location beliebt. Letzte Woche gab’s eine Hochzeit. An Schlaf war nicht zu denken. Vorgestern war es mild. Da hat Leonie mit zwei Lebensrettern
auf dem Achterdeck geschlafen. Einfach Wolldecken eingepackt
und hoch. Das hat gut geklappt
bis 4 Uhr morgens. Dann haben sie mich verlassen,
weil es kalt wurde. Aber es ist schön,
mit dem Sonnenaufgang aufzuwachen. Auch wenn man durch die Masten
blinzelt in die Sonne. Sehr schön. Hans-Jörg aus Eislingen war letztes
Jahr bei der Quallen-Plage dabei. Alle zwei Meter war ‘ne Feuerqualle. Das ganze Meer war rot gepunktet. Die was rein g’sprungen sind,
nur im Vollneopren. Badegäste war mit Garantie
danach auf der Hauptwache, haben sich mit Rasierschaum
einschäumen lassen. Was war der Rekord? Ich glaube 200 Behandlungen am Tag. Jeden Morgen müssen sie auf dem Weg
um Frühschwimmer herumnavigieren. Man kennt sich am Bade-Steg. Soll ich auch
eine Strippe festhalten? Guten Morgen. Ja, ja … Ich wollte helfen. Aber man hat gesagt,
das klappt nur allein. Nee, falschrum. Mach ihn zweimal rum. Seemannsknoten stehen für Hans-Jörg
und seine Landratten am Nachmittag auf dem Programm. Die Wachgänger
schwärmen morgens zu Fuß aus. Nur Patrick und Katrin
nehmen Dienst-Fahrräder. Turm 4 am FKK- und Hundestrand
ist zu weit weg. Dann ein Bund Zwiebeln … Sind noch da. Okay. Wir haben noch nicht Fleisch. Ich würde sechs, sieben Zwiebeln
rein schneiden. Wie viel Fleisch? Nee. Schreib’s auf die Liste. 12 Euro Verpflegungsgeld
pro Tag bekommt jeder. Davon wird eingekauft. Essensplanung, kochen, abwaschen,
putzen, Wäsche waschen, trocknen. Die Jugendlichen sind
für sich selbst verantwortlich. Neuling Samuel
hat seinen ersten Einsatz, zusammen mit Anna als Strandläufer. Morgen. Morgen. Sie sind interessiert
an Kindersuchbändern? Wir haben welche dabei. Das läuft wie folgt. Ich habe dieses
schöne Helden-Armband. Das bekommt ihr. Da steht eine Nummer. Einmal anprobieren
und wieder zurück, ich brauche die Nummer. Mia (3) und Neela (9) aus Höxter
bekommen ein Kindersucharmband. In der letzten Saison wurden
in Travemünde 40 Kinder vermisst. Dann Strandkorbnummer? Bräuchte ich. 61. Und der andere ist? 66. Sie können auch jedes Jahr
mit dem Band wiederkommen. Die Handynummer
können Sie eintragen. Als Vorbeugung. Ist ‘ne gute Aktion. Den einen Tag,
da lief nämlich auch ein Kind rum. Die wusste nicht,
welcher Strandkorb. Das ist das Anstrengende. Ich wünsche einen schönen Tag. Viel Spaß am Strand. Ham wa. Samuel lernt von Anna, wie wichtig Information
und Prävention sind. Am Strand und in der Wache wird aus dem
zusammengewürfelten Haufen ein Team. Wäsche ist fertig. Hol ich die mal raus. Alles muss beschriftet werden,
was man wiedersehen möchte. Ist spannend,
morgens auf der “Passat”, da wird die Wäsche
auseinanderklamüsert. Und dann stehen
ratlose Gesichter davor: Zehn rote T-Shirts, alle Größe M,
“was gehört mir?” Irgendjemand, meist die Jungs,
tut noch sein weißes Handtuch rein, wenn man sich umdreht. Das ist dann halt rosa. Aber kommt selten vor. Eine WG
mit allen Vor- und Nachteilen. Chili geht immer,
wenn junge Menschen zusammen sind: Einmal mit Fleisch
und einmal vegetarisch. Man lernt sich
in der Küche schnell kennen. Da weiß man genau: Wer steht rum, wer hilft
und wer kennt sich aus. Zur Mittagszeit sorgt Nordwest
mit Stärke 5 für erste Wellen. * Funkspruch * Bisschen Regen.
Hat ja auch aufgebrist. Wird nicht so schlimm werden. Für Wachführer Tobias werden aufblasbare Badespielzeuge
häufig zum Problem. Wenn wir ‘n Nagel rausgucken haben
oder so was an den Holzpfosten, da verliert das Ding schnell Luft. Da sitzen zwei Kinder drauf
und schon ist was passiert. Gut, das Wasser ist sehr flach. Weiter draußen kann was passieren. Auf Turm 2 soll Leonie
die Frühschicht ablösen. Gibt’s du den Wachwechsel durch? War was? An der Brücke müsste man schauen,
ob die Kinder springen. Wir haben die verwiesen. Tschüss. Adler Lübeck, von 9/12 kommend. * Funkspruch * Die Neuen lernen von den Alten,
so das Prinzip. Die Insel wird
von der Hauptwache übernommen. Bis dahin ist das unser Bereich. Sie überschneidet sich teilweise. Schau, das sind wieder
die Jugendlichen. Stimmt, die gesprungen sind. Jetzt gehen sie wieder vor. Ja. Carmen hat sie schon verwiesen. Samuel ist 18,
seit sechs Jahren DLRG-Mitglied. In Eislingen macht er
ehrenamtlich Aufsicht im Freibad. Ich würde nicht reinspringen
von hier oben. Weil es ist nicht tief. Es gab schon mehrere Verletzte. Ich wurde schon öfter
von Jugendlichen gefragt, wie man Rettungsschwimmer wird. Sie sagten,
sie wollen das auch mal, weil sie das toll finden. Wochenbilanz. 20-mal Erste Hilfe geleistet,
25 Brückenspringer ermahnt. Die Ehrenamtler sind müde,
aber stolz. Jetzt warten ein kühles Radler,
das schönste Wohnzimmer Lübecks, dicke Pötte und Tobis Gitarre auf
die Lebensretter-WG von Travemünde. * Plopp * Prost. Also, ich find’s super hier. Hab’s mir scho gut vorgestellt,
aber die Wirklichkeit ist besser. Man sitzt abends zusammen,
erzählt Geschichten, man spielt Spiele
und trinkt gemeinsam. Dann geht man abends ins Bett. Schon ein gutes Gruppengefühl. Es dauert zwei Wochen,
bis ich wiederkomme. Länger halte ich das ohne nicht aus. Weil ich gute Freunde gefunden habe
und wir noch mal fahren wollten, haben wir uns noch mal angemeldet. Ich glaube, da wächst man dran: Das disziplinierte Aufstehen,
eine feste Aufgabe haben. Und sich selbst organisieren. Selber überlegen:
Was wollen wir einkaufen heute? Was wollen wir
abends zusammen unternehmen? Das schweißt zusammen,
bildet das Team und stärkt das Selbstbewusstsein. Das ist wichtig für Jugendliche. Das sind die Erinnerungen,
die man mitnimmt.

Otis Rodgers

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25 COMMENTS

  1. cark79 Posted on September 9, 2019 at 9:18 am

    Appel an alle Eltern: bitte bringt Euren Kindern das Schwimmen bei!

    Reply
  2. Stephan Görke Posted on September 9, 2019 at 9:41 am

    Finde es bedenklich das diese Arbeit von Kindern in einer Art Feriencamp verübt wird.

    Reply
  3. Norman groß Posted on September 9, 2019 at 9:59 am

    Accept zum wecken…. Musik geschmack haben sie auch😂

    Reply
  4. Mr. Cosmic Posted on September 9, 2019 at 10:14 am

    Das nenne ich Ausbeutung 6 Euro am Tag verdienen die für.den scheiß gibt auch Jobs wo man das gleiche macht für min 12 Euro die Stunde.

    Reply
  5. Detlef klein Posted on September 9, 2019 at 10:19 am

    Klasse ichnwar auch 40 jahre aktiv in def DLRG Lehrscheininhaber und habe auchnan Nord.-u.Ostsee freiwillig Wachdienst gemacht . Ich habe sehr viele Freunde gefunden. Ja es war immer super , ich komme aus dem Süden von Deutschland aus dem Landkreis Lörrach darummwarbes für mich super Seeluft zu atmen , nur schade das ichnwegen des alters nicht mehr dabei bin

    Reply
  6. Dixi_das_Klo Posted on September 9, 2019 at 10:57 am

    6€ pro tag? auch ziemlich lächerlich. an anderen standorten bekommt man knapp 40

    Reply
  7. Lennart.K Jago Posted on September 9, 2019 at 12:17 pm

    Sehr coole Wachtürme

    Reply
  8. Robin Stolle Posted on September 9, 2019 at 7:50 pm

    Der Moment wenn mein Bruder in Flensburg 20€ pro Tag bekommen hat und nicht mal Rettung schwimmer Silber hat😂🤣

    Reply
  9. MG 42 Posted on September 9, 2019 at 10:13 pm

    Finde ich sehr gut 👍 was die Retter da leisten👍👍👍

    Reply
  10. BIack0ut23 Posted on September 9, 2019 at 11:34 pm

    wenn ich mir den Stand da so angucke, ist das kein Wunder, dass Kinder heut zu tage nicht mehr schwimmen können. Bei den Brechern die da sitzen braucht man sich echt über Amis nicht mehr lustig machen.

    Reply
  11. B. Hau Posted on September 10, 2019 at 8:31 am

    Danke an die Retter, Daumen hoch!

    Reply
  12. kit3cut Posted on September 10, 2019 at 9:34 am

    Wirklich eine tolle Idee auf jedes DLRG Tshirt fett Notarzt zu drucken! Da hat jemand mitgedacht.

    Reply
  13. [NoL] Pilot Pete von Noxus Posted on September 10, 2019 at 12:48 pm

    Wirklich klasse!

    Reply
  14. Ralph Schmidt Posted on September 11, 2019 at 2:15 pm

    Interessanter kurzer Einblick. Schön, dass es die Männer und Frauen am Strand (oder am Badesee oder Freibad) gibt. Und so eine Unterkunft wie die "Passat" 😍 besser als jedes Zelt.
    Dieses Armband für die Kinder finde super. Gibt's das nur dort oder haben das auch andere Badeorte an der Nord- und Ostsee?

    Reply
  15. The_DMB Posted on September 11, 2019 at 3:00 pm

    Mache auch ehrenamtlich Aufsicht im Freibad.

    Reply
  16. Gerhard Joachim von Plotho Posted on September 11, 2019 at 5:11 pm

    DLRG durch langsames Retten gestorben😳

    Reply
  17. Ben Córnehlson Posted on September 11, 2019 at 5:23 pm

    Und für so was kriegt man kein Geld, echt traurig.
    Danke für eure Arbeit!

    Reply
  18. XXL yoster Posted on September 11, 2019 at 5:47 pm

    Danke an die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer für ihren Einsatz. Toll, dass es euch gibt.😀

    Reply
  19. der buntz Posted on September 11, 2019 at 7:03 pm

    Ähnlich wie beim Rettungsdienst. ….warscheinlich müsdten mehr als 2/3 der deutschen Strände geschlossen bleiben wenn es keibe ehrenamtlichen Rettungsschwimmer gäbe.
    Die Gemeinschaft ist toll, aber jenseits von Schule und Studium hat man dafür keine zeit mehr. Es sei denn man opfert den halben Urlaub und jedes zweite Wochenende

    Reply
  20. der buntz Posted on September 11, 2019 at 7:16 pm

    Minute 10 …es ist nicht zu glauben. ..es gibt für kinder lerntafeln regel 1 bis 10 mit Bildchen und regel nummer ein ist immer….keinen kopfsprung in unbekannte Gewässer ( wassertiefe)

    Reply
  21. der buntz Posted on September 11, 2019 at 7:29 pm

    Wir haben hier Unterkunft und müssen nicht im Zelt schlafen. ….sehr bescheiden.
    Entschuldige mal ihr arbeiten 50 Stunden die Woche in eurer Freizeit für kost und Bett.
    Oh man ohne solche Leute wäre Deutschland so am arsch.
    Wusstet ihr das von drn 900 Milliarden Arbeitsstunden die ganz Deutschland erbringt pro Jahr zwei/3 ehrenamtlich sind.

    Reply
  22. Luca Stubenhoefer Posted on September 11, 2019 at 8:13 pm

    Dass was die in ner Woche an Arbeit haben haben wir an einem Wochenende 😂😂😂 Dienst am Baggersee

    Reply
  23. B112 B112 Posted on September 12, 2019 at 7:12 am

    Ich bin der Meinung das auch bei einem Ehrenamt im Rettungsbereich wie 👩‍🚒🚒 eine Entschädigung zwingend sein muss. Ansonsten verlieren wir Personal und Kosten für Fahrten etc.

    Reply
  24. Egon 0815 Posted on September 12, 2019 at 12:30 pm

    Drsa silber mit 16 der ist ab 15 und alle die sich beschwerden das die so wenig bekommen. Das ist Ehrenamtlich

    Reply
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